Kann es Farbabweichungen zwischen dem Proof und dem gedruckten Spiel geben?

Sie wollen ein Spielprojekt in einer Großauflage drucken lassen und zur Druckfreigabe einen Druckproof erhalten. Die Frage ist nun, ob es Farbabweichungen zwischen dem Druckproof und den gedruckten Spielkarten geben kann.

Grundsätzlich ist es so, dass Proof und gedrucktes Spiel farblich gleich sind – denn dazu ist der Proof ja auch da. In der Praxis kann es jedoch zu minimalen Unterschieden kommen, weil Karten und Proof auf unterschiedlichen Papiermaterialien gedruckt werden (Proof = Spezialfotopapier, gedruckte Karten = Spielkartenkarton). Außerdem kommen jeweils unterschiedliche Druckverfahren zum Einsatz (Tintenstrahldruck für Proof und Offset-Druck für die Karten).

Der Proof ist daher als eine Art Simulation des Offsetdruckes zu verstehen und nicht als Andruck auf der Druckmaschine. Der Proofdruck hat technologisch bedingt folgende wesentliche Unterschiede, die dem Endprodukt gegenüber Einschränkungen darstellen:

  • Rasterung der Druckfarben erfolgt nicht im autotypischen Raster.
  • Der Farbton des Proofpapiers (weiß) entspricht nicht exakt dem des verwendeten Kartons.
  • Der Glanz ist beim Proofpapier integriert, bei den Karten wird Spielkartenlack aufgetragen.
  • Der Glanz des Spielkartenlackes hängt direkt mit der Art und dem Strich (weiße Beschichtung) des Spielkarten- bzw. des Zellstoffkarton ab und ist generell im Offsetdruck geringer.

Daher ist es unmöglich, eine exakte Darstellung des voraussichtlichen Endergebnisses der Karten auf Proofpapier zu erhalten, sie ist aber dem Endergebnis von allen Methoden her die nahe liegenste. Daher wird auf jedem Proof hingewiesen, dass es zu drucktechnisch und materialbedingten Abweichungen kommen kann.